Informationen zur CO2-Abgabe für Haushalte

Ab 1. Januar 2008 erhebt der Bund eine CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe.

Stand 12.10.2007

Warum überhaupt eine CO2-Abgabe?

Zur CO2-Reduktion haben Parlament und Bund als Lenkungsabgabe die Einführung der so genannten CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe beschlossen. Sie soll zum sparsameren Einsatz dieser Energien beitragen.

Worauf stützt sich die Abgabe (rechtliche Grundlage)?

Grundlage sind das CO2-Gesetz vom 8. Oktober 1999 sowie der Bundesbeschluss über die Genehmigung des CO2-Abgabesatzes für Brennstoffe sowie die Verordnung über die CO2-Abgabe.
Auslöser für die Einführung ist, dass die effektiven CO2-Emissionen der Brennstoffe 2006 über dem vom Bund definierten Zielpfad lagen.

Kann ich mich der CO2-Abgabe entziehen?

Nein. Alle fossilen Brennstoffe werden bei der Einfuhr in die Schweiz mit der CO2-Abgabe belastet. Vorgesehen sind jedoch Rückerstattungen und Rückverteilung nach folgenden Vorgaben:
Der gesamte Abgabeertrag minus Rückerstattungen und Administrativaufwand wird je etwa zur Hälfte an die Bevölkerung (via obligatorische Krankenkasse) und an die Wirtschaft (via AHV-Ausgleichskassen) zurückverteilt. Rückerstattungen erhalten Grossverbraucher, welche die gesetzlichen Anforderungen erfüllen und nachweislich die mit dem Bund vereinbarte Reduktion der CO2-Emissionen erreichen.

Warum belastet der Erdgas-Versorger den Kunden die CO2-Abgabe?

Bereits beim Erdgas-Import wird die CO2-Abgabe erhoben. Diese wird 1:1 dem Kunden weiterbelastet. Damit soll nach Auffassung des Bundes beim Verbrauch ein Lenkungseffekt erzielt werden.

Kann ich mich auch weigern, die CO2-Abgabe zu zahlen?

Nein, denn sie wird direkt mit der Erdgas-Rechnung belastet.

Wenn Erdgas gemäss Werbung so sauber ist, warum muss ich denn eine CO2-Abgabe bezahlen?

Erdgas hat von allen fossilen Energien den geringsten Kohlenstoff-Anteil und dementsprechend die geringsten CO2-Emissionen. Dass Erdgas auch bezüglich Luftschadstoffen und Feinstaub viel besser dasteht, wird bei der CO2-Abgabe nicht berücksichtigt.

Wie kann ich berechnen, wie hoch meine CO2-Abgabe sein wird?

Pro bezogene Kilowattstunde (kWh) Erdgas werden 2008 0,216 Rappen CO2-Abgabe erhoben. Also Erdgas-Verbrauch in Kilowattstunden mal 0,216 Rappen. Bei einem Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 20'000 kWh beläuft sich die Abgabe auf CHF 43.20. Mit Heizöl wären es CHF 60.
In den beiden Folgejahren ist beim Erdgas eine stufenweise Erhöhung von je 0,216  Rappen/kWh vorgesehen, wenn die Reduktionsvorgaben (bezogen auf die Jahre 2007 und 2008) nicht erreicht werden.

Wie hoch ist die Belastung durch die CO2-Abgabe in verrechneten Kubikmetern Erdgas?

Umgerechnet auf den Normkubikmeter Erdgas beträgt der Abgabesatz 2,4560 Rappen.

Wie verteuert die CO2-Abgabe Erdgas?

Der prozentuale Anteil ist sehr gering, bei Haushalten voraussichtlich etwa 2-3%.
Bei Grossverbrauchern und so genannten Zweistoffkunden mit niedrigeren Tarifen ist der Anteil höher.

Für welche Heizsysteme wird keine CO2-Abgabe erhoben?

Für alle Heizsysteme mit erneuerbaren Energien (wie Holz und Sonnenwärme) sowie solche mit Strom (wie Wärmepumpen, Elektro-Heizungen). Unter Externer Linkhttp://www.erdgas.ch/de/markt-politik/preise/kosten-vergleich.html werden die verschiedenen Heizsysteme und ihre Kosten verglichen.

Wird die CO2-Abgabe auch auf Biogas erhoben?

Nein, denn Biogas ist eine erneuerbare, nicht fossile Energie.

Könnte ich die CO2-Abgabe umgehen, indem ich Biogas beziehen?

Ja, da Biogas eine erneuerbare, nicht fossile Energie ist. Die Frage ist vielmehr, wo das Biogas erhältlich ist, zu welchem Preis und wie es zum Verbraucher gelangt.

Gibt es neben Erdgas und Heizöl noch andere Energien, die mit der CO2-Abgabe belastet werden?

Belastet werden alle fossilen Brennstoffe. Das ist neben Heizöl und Erdgas die heute in der Schweiz kaum mehr verwendete Kohle (ebenso Koks).

Was passiert mit der CO2-Abgabe nach 2008, 2009 und 2010?

Das CO2-Gesetz ist in seiner Zielsetzung auf die Jahre 2010 bis 2012 fokussiert, in seiner Geltungsdauer aber nicht beschränkt. Bis 2012 sind auch die Kyoto-Ziele (Protokoll I) festgelegt. Für die folgenden Jahre sind internationale Verhandlungen angelaufen. Je nach den neuen Zielen werden Parlament und Bund dann auch entscheiden müssen, ob weitere Lenkungsmassnahmen notwendig sind und wie das CO2-Gesetz anzupassen ist.